Craamer Textile Consulting

Cotton, no thanks !!
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i-COPES Projekt        Nachhaltige Farbgebung auf Textilien

 

Kurzbeschreibung:

Das i-COPES-PROJEKT ist als Erstes gedacht für synthetische Fasern.

Bevorzugt Polyester und einige von CTC entwickelte Polymeren, 

sowohl Stapelfaser- als Filamentgarne. Das i-COPES PROJEKT soll

es ermöglichen die konventionelle Färbe– und Druck Prozessen zu

beseitigen. Farbbäder sind nicht mehr notwendig um den

gewünschten Farbton zu erreichen. Druckpasten sind nicht mehr

notwendig um den gewünschten Druck zu erreichen. Druck– und

Färbe-Systemen mittels Inkjet- Valvejet- oder DOD Systemen sind

nicht mehr notwendig.

Einführung

Die Textilindustrie ist überhaupt die meist verschmutzende Industrie dieser Welt und Baumwolle gehört zu den meist verschmutzende Faser in dieser Industrie.

Ziele des Projekts

Es soll versucht werden ein System aufzubauen mit Fasermaterial für die Textilindustrie, welches nachhaltig ist und weniger oder keine Veredlungsprozesse benötigen die schädlich sind für unseren Umwelt. Weniger Wasser benötigen und somit weniger Abwässer abgeben und weniger Energie verbrauchen.

Die Prozesse wie Vorbehandlung, Färben, Drucken und Veredelung der Textilien sollen Umweltfreundlicher und vor allem weniger schädlich für unseren Umwelt ausgeführt werden. Das können wir nur erreichen indem wir keine schädliche Chemikalien und keine schädliche Farbstoffe einsetzen. Weniger Wasser und Energie  verbrauchen durch verschiedene Prozessen zu optimieren oder weg zu lassen. Hierdurch gibt es dann auch weniger Abwasser.

Mehr Kontakte aufbauen mit Textil Entwerfer, damit auch mehr technische Informationen ausgewechselt werden können. So könnte auch mehr in eine Umweltfreundlichere Richtung gearbeitet werden. Wissen ist Macht !!

Inhaltige Beschreibung

Die gesamte Welt Textilproduktion von etwa 60 Billionen Kilo verbraucht:

  • 1.074 Billionen KWh Energie

  • 132 Millionen Tonnen Kohlen

  • 6 bis 9 Trillionen Liter Wasser
     

Die Textilindustrie ist überhaupt die meist verschmutzende Industrie dieser Welt und Baumwolle gehört zu den meist verschmutzende Faser in dieser Industrie.

Baumwolle gedeiht nur in den wechselfeuchten und trockenen Tropen und im wechselfeuchten Mittelmeerklima, da es etwa 190 frostfreie Tage braucht um ordentlich wachsen zu können. Diese Regionen nennt man auch "Baumwollgürtel" und befindet sich vom 32. Breitengrad Süd zum 37. Breitengrad Nord um den Globus. Die Baumwolle wird in etwa 80 Länder auf rund 35 Millionen Hektar angebaut. Das ist 2,5 % der Weltanbaufläche.
Die Baumwolle stellt hohe Ansprüche an die Bodenqualität. Durch diese sehr intensive Nutzung, ist der Boden sehr schnell ausgelaugt und unbrauchbar. Das führt dazu, dass immer größere Flächen, auch wegen hohem Chemikalieneinsatz, völlig wertlos werden. Die Chemikalien verseuchen das Grundwasser. Es entsteht sogar ein Mangel an Trinkwasser und die Bevölkerung leidet unter Krankheiten. Auch werden Krankheiten verursacht durch aufgewirbelten Insektizide und Düngemittel. Ein Beispiel der Folgen des Baumwollanbaus am Aralsee zwischen Kasachstan und Usbekistan, die als größte ökologische Katastrophe der Welt bezeichnet wird, spricht für sich.

 

  • Es gab mehr Krebserkrankungen als in anderen GUS-Staaten.

  • 80 % der Frauen leiden an Anämie.

  • Hohe Sterblichkeit bei Säuglingen.

  • Große Zahl von Missbildungen.

  • Starke Zunahme der Nierschäden und Speiserohrkrebs.

  • Immunschwäche, Typhus und Cholera.

  • Das Grundwasser war mit Pestiziden verseucht.

  • Wo früher Wasser war, entsteht jetzt eine Salzwüste.

 

In Pakistan und Griechenland ist dort wo Baumwolle angebaut wird, das Grund- und Trinkwasser verseucht. In Kalifornien ist der Grundwasserspiegel gesunken. In Pakistan und Ägypten trägt der Baumwollanbau zur Verbreitung der Wüsten bei. In Südaustralien versalzte die Erde. Und das sind nur einige Beispiele! 

Um eine möglichst große Produktion zu erhalten, müssen große Mengen Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Etwa 20 % der weltweiten Produktion an Düngemittel und Pestiziden landet auf den Baumwollfeldern. Pestiziden alleine schon etwa 150 Millionen Kilo pro Jahr. 

Die Baumwolle braucht etwa drei Monate bis zur Blüte. Rund 50 Tage nach der Blüte sind die etwa walnussgroßen Kapseln ausgereift, platzen auf und die Samenhaare quellen heraus. Bevor die

Baumwolle geerntet werden kann, werden nochmals Entlaubungsmittel eingesetzt. 

 

Aus etwa 100 Kilo Rohbaumwolle erhält man 35 Kilo Fasern, 62 Kilo Samenkörner und 3 Kilo Abfall. Der Verbrauch an Wasser beträgt etwa 20.000-29.000 Liter pro Kilo Baumwolle! 
Weltweit arbeiten zwischen 5.000.000 und 9.000.000 Kinder in der Baumwollproduktion. In Ägypten werden jährlich über 1.000.000 Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren engagiert.
Nachdem die Baumwolle geerntet wurde, wird sie zum Nachreifen und Trocknen noch etwa 30 Tage gelagert. Danach werden die Fasern in Großen Ballen gepresst. Die Ballen werden jetzt weiter transportiert und damit sie während des Transportes geschützt werden vor Schädlingen und Schimmel, wird auch hier wieder Chemie gespritzt. Die Ballen werden jetzt gelöst und die Entkörnungsmaschinen entfernen die Kapselresten. Dann werden wieder Ballen gepresst.

 

Folgende Prozesse sind jetzt noch notwendig um ein Gewebe zu bekommen, dass entweder weiß bleibt oder nachher gefärbt oder bedruckt wird.

 

1. Ernte

2. Ballen pressen

3. Transport

4. Ballen öffnen

5. Reinigen

6. Ballen pressen

7. Ballen öffnen                                                                                                             

8. Karde

9. Strecke

10. Kämmen

11. Spinnen

12. Stärken

13. Trocknen

14. Schären

15. Weben

16. Sengen

17. Entschlichten

18. Spülen

19. Trocknen

20. Merzerisieren/Laugieren

21. Spülen

22. Trocknen

23. Bleichen

24. Spülen

25. Trocknen

26. Färben

27. Spülen

28. Trocknen

29. Veredelen

30. Trocknen

31. Kalandern/Prägen

32. Sanforisieren

 

Hier werden nochmals 189 Liter Wasser pro Kilo Baumwolle verbraucht. Riesige Mengen an Chemikalien werden gebraucht die das Abwasser aufsalzen und schwierig in den Kläranlagen zu reinigen sind.

 

  • Chlorverbindungen

  • Wasserstoffsuperoxid

  • Azo-Benzidin Farbstoffe

  • Nitro-Nitrose Verbindungen

  • Natronlauge

  • Schwefelsäure

  • Melamine-Formaldehyde Harzen

  • Polyacryl

  • Fluorcarbon

  • Silikon


Es bleiben so viele Chemikalien auf der Faser, dass 100 % Baumwolle auf dem Etikett eigentlich bedeutet:

 

  • 70% Baumwolle

  • 5% Polyacryl

  • 8% Farbstoffe

  • 14% Melamine-Formaldehyd Harz

  • 3% Weichmacher

Bio- oder Afrika Baumwolle sind gewiss etwas besser als die konventionelle Baumwolle, aber nur bis der Ernte. Nachher finden die gleichen Prozesse statt. 
Außerdem werden die meiste Bio- und Afrika Baumwolle außerhalb USA und Europa angebaut, viel davon in Indien, der Türkei, Peru, China und Afrika. 
Das bedeutet, dass wenn sie Bio- oder Afrika Baumwolle in USA oder Europa kaufen, diese Baumwolle auf der anderen Seite der Welt angebaut wird, versandt wird um woanders zu Färben, Drucken oder Veredelen und wieder woanders zum Konfektionieren und dann an einem Händler ausgeliefert wird. 
Wie sieht hier wohl den Kohlenstoff-Fußabdruck aus!!!! 
Um ein gefärbtes, schrumpffreies Baumwolle Gewebe herzustellen braucht es also:

 

  • 32 Prozessen. Sehr viel Energie, Wasser und Zeit

  • 20.000 - 30.000 Liter Wasser pro Kilo Baumwolle

  • Oft hat das Textilteil mehr als 35.000 Kilometer zurückgelegt.

Jetzt werde ich als Vergleich ein gleichwertiges Textil herstellen mit als Ausgangsmaterial Polyester.

Polyester wird hergestellt aus DimethylTerephtalat und Glykol. Also beide Erdöl Produkte. Die Prozesse sind folgende:

 

1.Spinnen (Faser)

2. Verstrekken/Fixieren

3. Schneiden (Filament)

4. Ballen pressen

5. Ballen öffnen

6. Karde

7. Strecke

8. Spinnen (Garn)

9. Schären

10. Weben

11. Färben/Drucken

12. Waschen

13. Trocknen

14. Veredelen

15. Trocknen/Thermofixieren

16. Kalandern (wenn notwendig)

 

Polyester wird inzwischen in fast alle Europäischen Länder hergestellt, sodass der Kohlenstoff Fußabdruck sehr gut aussieht im Vergleich mit der Baumwolle. 
Polyester kann auch noch recycled werden!! Hier wird der Kohlenstoff Fußabdruck nochmals besser.
Um ein gefärbtes Polyester Gewebe herzustellen braucht es also:

  • 16 Prozessen

  • 33 - 50 Liter Wasser pro Kilo Polyester

  • Es wird fast kein Land gebraucht.

  • Es werden keine giftigen Pestizide verwendet.

  • Es werden keine giftigen Fungizide verwendet.

  • Es werden keine giftigen Insektizide verwendet.

  • Es werden keine Umweltbelastende Düngemittel verwendet.

  • Es werden keine giftigen Bleichmittel verwendet.

  • Es wird keine Umweltbelastende Natronlauge verwendet.

  • Es werden etwa 600 x weniger Wasser verbraucht!!

  • Es gibt keine Krankheiten verursacht durch  Insektiziden, Pestiziden oder Fungiziden

  • Es gibt hier keine Kinderarbeit.

Auch wenn hier gezeigt wird, dass durch ein umdenken und somit auch alleine die Verwendung von anderen Fasertypen, sehr große Einsparungen an Zeit, Energie, Wasser und Abwässer erzielt werden können , ist es wichtig weiter zu forschen und neue Systemen zu entwickeln die noch schonender für unseren Umwelt sind.

Das i-COPES PROJEKT  (Anfang:10 Dezember 2013) ermöglicht jetzt die konventionelle Färbe– und Druck Prozessen zu beseitigen.

* Farbbäder sind nicht mehr notwendig um den gewünschten Farbton zu erreichen.

* Druckpasten sind nicht mehr notwendig um den gewünschten Druck zu erreichen.

* Druck– und Färbe-Systemen mittels Inkjet- Valvejet- oder DOD Systemen sind nicht mehr notwendig.

* Farbstoffe, Chemikalien und Wasser sind also nicht mehr notwendig.